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Der String Reader als Wachposten

Im Thames River Valley in der Nähe von Windsor (England) ist in eine 22 Hektar große Grünfläche ein vornehmes Landgut eingebettet. Das neugotische Schloß wurde im Jahr 1857 ursprünglich für einen belgischen Botschafter errichtet. Heute ist New Lodge ein Firmenkomplex, dessen Bürosuiten die Eleganz des 19. Jahrhunderts mit der Technologie des 21. Jahrhunderts verbinden.

Ein Teil dieser Technologie wird im Sicherheitskonzept für New Lodge angewendet. Die Grundstücksentwicklungsfirma Marchday Group, die das New Lodge verwaltet, erkannte die potentiellen Probleme, die aufgrund der Entfernung zwischen Haupttor und Empfangsbereich auftreten. "Das Zufahrtstor befindet sich ungefähr 200 Meter vom Empfang entfernt", erläutert Stuart Box, Direktor der Firma Cybertronix (Reading, UK), die mit der Installation des Sicherheitssystems beauftragt wurde. Marchday wollte einerseits, dass sich die Mieter im New Logde sicher fühlen, andererseits sollte das Zugangskontrollsystem auch problemlos sein. Während einer ersten Verkaufsbesprechung hörte sich Box die Bedenken von Marchday an. Er unterbreitete dann den Vorschlag, ein Erkennungssystem für Nummernschilder am Zufahrtstor zu installieren. "Wir waren der Meinung, dass das eine ganz clevere Art und Weise für die Kontrolle des Zugangs ist" sagte er. "Marchday fand die Idee gut, und wir haben dann die Teile zusammengesetzt."

Das System

Zusammen bestehen diese "Teile" aus einem voll integrierten CCTV-System für die Innen- und Außenkameras (die Erkennung der Fahrzeuge ist nur eine Komponente des Sicherheitskonzeptes von New Lodge). Das ANPR-System für die automatische Erkennung der Nummernschilder verfügt über einen AXIS 241Q Videoserver von Axis Communications (mit Relaisausgang für die Torkontrolle), eine Engwinkel-CCTV-Tag/Nacht-Kamera und einen Dell Workstation-PC mit Software, die auf der Matrox Imaging Library (MIL) basiert. "Die von uns verwendete Kamera hat ein begrenztes Sichtfeld - eine 12 mm Linse - so dass wir die Bilder der Nummernschilder in einer vernünftigen Größe erhalten" sagt Box. "Und der Ring der infraroten LEDs in der Objektivfassung reicht für eine gute Reflektion aus, so dass die Schilder auch nachts erkannt werden können."

Das Cybertronix ANPR-System ist seit März 2006 in Betrieb. Stoppt ein Fahrzeug am Tor, erfasst die Kamera ein Bild des Nummernschildes. Die Software "liest" das Schild und vergleicht es mit einer Datenbank von "zufahrtsberechtigten Fahrzeugen".

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Ein Nummernschild wird von der Kamera aufgenommen.

Bei einer übereinstimmung öffnet sich das Tor für das Fahrzeug.

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Die Kamera und das Video Zugangspaneel.

Am Tor befindet sich auch ein Zugangskontrollpaneel, über das die Fahrer direkt mit dem Empfang sprechen können und die Empfangsmitarbeiter über die eingebaute Kamera den Fahrer sehen. Der verantwortliche Empfangsmitarbeiter kontrolliert aber nicht nur die Besucher. Er hat auch die Aufgabe, die Datenbank der berechtigten Fahrzeuge mit Hilfe einer Managementsoftware zu pflegen. Box fügt hinzu, dass das System auch die Ein- und Ausfahrten zum oder vom Gelände registrieren kann. "Wir sind in der Lage, die Fahrten zeitlich zu erfassen und eine Momentaufnahme des Bildes am Tor zu speichern" sagt er. "Dadurch können wir verfolgen, was auf dem Gelände passiert." Diese Aufzeichnungen werden bei Bedarf als Beweismaterial verwendet, sie dienen aber auch für die Verbesserung des Systems. Box sagt, dass die archivierten Bilder hilfreich beim Erstellen von Statistiken über die Genauigkeit des Systems sind, z.B. im Hinblick auf Zeit, Wetter, Tageszeit oder Lichtverhältnisse.

So nah, aber dennoch so weit

Die Entfernung zwischen Kamera und Empfangstresen beträgt ungefähr 200 Meter, das Zweifache der Entfernung, die standardmäßige analoge Kabel unterstützen. Cybertronix hat sich trotzdem für ein kabelbasiertes Netzwerk entschieden und nicht für ein kabelloses, weil die Infrastruktur schon vorhanden war. "New Lodge verwendet Glasfaserkabel, die wir 50 Meter vom Tor entfernt in Kupferkabel überführen - dadurch konnten wir die Entfernung überwinden" sagt Box. Nach der übertragung der Bilddaten zum Server digitalisiert der Axis Codierer das Kompositsignal, so dass die Daten durch MIL analysiert werden können. Als ehemaliger Anwender von MIL hat Box Matrox Imaging im Blick gehabt und "wußte, dass das neue String Reader Modul die Arbeit erledigen kann. Dadurch mussten wir dieses Rad nicht neu erfinden."

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In dieser Geländeübersicht ist der New Lodge Eingang mit einem Kreis gekennzeichnet.

Vorteile gegenüber den Produkten der Mitbewerber

Box weiß die Flexibilität der Anbindung von IP-Kameras über ein Netzwerk zu schätzen, und da die Infrastruktur schon vorhanden war, konnten so Zeit und Kosten eingespart werden. Außerdem ermöglicht der Videoserver eine dezentralisierte Verarbeitung, was von Vorteil ist, wenn Bilder von drei separaten Kameras zu einer einzigen CPU übertragen werden. Das String Reader Modul funktioniert stabil innerhalb der Toleranzen, auch wenn das Schild teilweise verdeckt ist. Wenn das Bild nicht ernsthaft beschädigt ist, kann das Cybertronix System das Nummernschild mit der kleinen Anzahl von vorgegebenen Fahrzeugen vergleichen und bei einer hinreichend genauen übereinstimmung wird das Tor geöffnet.

Ausblick

Box sieht eine Reihe von potentiellen Anwendungsbereichen, in denen ein derartiges System eingesetzt werden kann: bei hohem Verkehrsaufkommen (z.B. um Fahrzeuge, die in ein bestimmtes Gebiet einfahren, zu erkennen und um eine Gebühr zu berechnen, wie in Central London), oder für die überwachung des Verkehrs, für Fahrzeugverfolgungen sowie bei Buchungssystemen für Fähren. Nach der Installation des ANPR-Systems in New Lodge war Box damit beschäftigt, das System auch an sich bewegende Fahrzeuge anzupassen. In den letzten Monaten gab es Fortschritte beim Lesen von Nummernschildern an Fahrzeugen, die mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h fahren. "Als wir uns nur mit stehenden Fahrzeugen beschäftigt haben, war es ziemlich einfach, das System mit dem String Reader Modul von MIL arbeiten zu lassen" sagt Box. "Es ist schon ein Schritt vom stehenden zum sich bewegenden Fahrzeug. Da keine Datenbank mit vorher definierten Fahrzeugen vorhanden war, mußten wir uns mit dem Inhalt der msr-Datei (Format des MIL String Readers) sorgfältiger befassen und wir mußten die Empfindlichkeit anpassen, um ein genaueres Lesen in einem kleineren Bildfeld zu erreichen. Diese änderungen waren aber aufgrund der grafischen Benutzeroberfläche des String Readers einfach durchzuführen. Andere Zeichenkettenformate, z.B. andere als britische Nummernschildformate, können wir ausschließen. In die msr-Datei ist jetzt eine ganze Menge von Informationen eingebaut."

Gegenwärtig führt das Unternehmen mit einem Verladehafen und sogar mit einem US-amerikanischen Luftwaffenstützpunkt in Großbritannien Gespräche über Systeme für sich bewegende Fahrzeuge.

Weitere Information finden Sie hier: www.cybertronix.co.uk / www.newlodge.co.uk oder Matrox Imaging Kommunikations-Team.

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